Die Kunst der Selbstvermarktung

Warum sie oft scheitert – und die Karriere stagniert

Ein Bericht von Sonia Siblik



Eine Sammlung persönlicher Erfahrungen und Einsichten.

Ich habe das Glück, in einem der schönsten Arbeitsbereiche tätig zu sein: der Kunst. Seit mehreren Jahren organisiere und kuratiere ich Ausstellungen sowie Kunstprojekte unterschiedlichster Art. Obwohl es äußerst spannend ist, mit Künstler:innen aus verschiedensten Sparten zusammenzuarbeiten, stelle ich immer wieder fest, wie herausfordernd es ist, ihnen die Bedeutung der Selbstvermarktung zu vermitteln.

Nils Warkentin, Redakteur bei Karrierebibel.de, vermittelt uns eine klare Sicht auf die Bedeutung der Selbstvermarktung und die daraus resultierenden Probleme, wenn man diese vernachlässigt: „Wer sich selbst richtig und erfolgreich vermarktet, erklimmt die Karriereleiter schneller als ein Kollege, der nur daraufsetzt, dass gute Leistungen für sich selbst sprechen. Genau das tun sie nämlich nicht, und im Zweifelsfall gehen die Lorbeeren an jemand anderen. Selbstvermarktung fällt nicht jedem leicht, doch ohne Eigenwerbung setzen Sie Ihren beruflichen Erfolg aufs Spiel…“

Und es ist so, dass Künstler:innen, obwohl sie Werkmassig ausgezeichnet sind, öfters daran scheitern.

Was ich leider sehr oft beobachte

    Fehlende Online-Präsenz: Wird nach einer Homepage (genauer gesagt: einer Online-Atelier-Präsenz in Form eines Links) gefragt, besitzen viele Künstler:innen keine und empfinden diese als unwichtig. Das Gegenteil ist jedoch der Fall. Eine Homepage ist essenziell – sie vereint Galerie, Dokumentation, Präsentationsraum und Atelier in einem. Auf eine Homepage zu verzichten, ist nicht ratsam.

   Social Media: Instagram, LinkedIn, Facebook & Co.: Soziale Medien sind wertvolle Werkzeuge zur Selbstvermarktung, doch trennen Sie strikt zwischen Privatem und Beruflichem. Ihre Präsenz auf diesen Plattformen sollte professionell gestaltet sein. Posten Sie gezielt Inhalte zu Ihrer Arbeit, Ausstellungen sowie zu Themen aus Kunst und Kultur. Vermeiden Sie es, private Inhalte zu mischen – ein Übermaß an irrelevanten Informationen kann potenzielle Interessent:innen schnell abschrecken.

  Unterschätzte Foto- und Videodokumentationen: Hochwertige Foto- oder Videodokumentationen ihrer Arbeiten werden oft als „unwichtig“ betrachtet. Dabei wird vergessen: „Die Liebe beginnt mit einem Blick“ und „Sehen und gesehen werden“ öffnen Türen. Wie sollen sich potenzielle Käufer:innen in Ihre Werke verlieben, wenn Sie diese nicht ansprechend präsentieren? Wenn Sie Ihre Arbeiten nicht ins beste Licht rücken, warum sollten es andere tun? Ich kenne Kolleg:innen, die berichten, dass Künstler:innen von Ausstellungen ausgeschlossen werden, wenn sie keine hochwertigen Fotos liefern. Fehlen professionelle Bilder, gelten sie schnell als unprofessionell und werden oft nicht erneut eingeladen. Daher gilt: Wenn Fotos frontal, ohne Wand, ohne Rahmen, mit bestimmten DPI-Werten (Druckauflösung) gefordert werden – halten Sie sich daran!

    Sie sind die Stimme Ihrer Kunst: Nur Sie als Künstler:in besitzen das Wissen und die Informationen, die Ihre Werke vermitteln sollen. Niemand kann Ihre Kunst besser erklären und präsentieren als Sie selbst. Kurator:innen geben stets ihr Bestes, um Ihre Werke ins rechte Licht zu rücken – doch auch sie sind nur Menschen. Vermitteln Sie daher präzise Informationen, von der Werkbeschreibung bis hin zum Echtheitszertifikat.

    Lesen Sie Verträge und E-Mails sorgfältig: Wenn Sie an einer Ausstellung teilnehmen, lesen Sie alle Unterlagen aufmerksam. Später zu behaupten, von bestimmten Zahlungen oder Provisionen nichts gewusst zu haben, entbindet Sie nicht von der Verantwortung. Unwissenheit schützt nicht. Erstellen Sie sich am besten eine Checkliste mit allen möglichen Fragen – lieber zu viele als zu wenige. Haben Sie das Gefühl, etwas übersehen zu haben? Zögern Sie nicht, die zuständigen Ansprechpartner:innen zu kontaktieren. Zu spät zu erklären, dass E-Mails im Spam-Ordner gelandet sind, hilft leider nicht weiter.


Abbildung eines Galerievertrags

       Seien Sie pünktlich: Galerien, Kunsträume und Ateliers arbeiten meist langfristig und folgen strengen Zeitplänen. Auch die Betreiber:innen haben feste Deadlines, die sie einhalten müssen – sie können nicht immer auf Sie warten. Pünktlichkeit zeigt Professionalität und Respekt.

       Folgen Sie den Vorgaben: Wenn bestimmte Informationen angefordert werden, liefern Sie diese exakt so, wie es in den Unterlagen gefordert ist. PDFs zurechtzuschneiden oder Formate zu ändern, ist nicht sinnvoll. Die Organisator:innen wissen genau, welche Botschaft sie mit der Ausstellung vermitteln möchten und folgen dabei klaren Richtlinien. Seien Sie ein Teamplayer und agieren Sie professionell.

   


   Richtlinien für die Fotografie von Kunstwerke: Die Kunstwerke sollten stets frontal fotografiert werden, ohne sichtbare Ränder, farbgetreu und – wenn möglich – ohne Bilderrahmen. Bitte beachten Sie, dass es nahezu unmöglich ist, Kunstwerke hinter reflektierendem Glas ohne Störungen zu fotografieren.   

Sollte der Rahmen Schatten werfen, kann dies akzeptiert werden, sofern der Rahmen selbst Teil des Kunstwerks ist (z. B. durch Bemalung integriert). Andernfalls sollte ausschließlich das Kunstwerk selbst ohne Rahmen abgebildet werden. Achten Sie darauf, dass keine Wandflächen im Bild zu sehen sind.

Hochwertige, professionelle Fotos sind unverzichtbar, um die Kunstwerke optimal darzustellen.


    Präsentieren Sie Ihre Kunstwerke perfekt:
Kunstwerke ohne geeignete Hängevorrichtung (sofern sie aufgehängt werden sollen) sind ein absolutes No-Go! Halten Sie sich stets an das Drei-Punkte-Prinzip: Aufhängehaken links, rechts und in der Mitte. Sie wissen am besten, was Ihr Werk braucht – Sie kennen Materialien, Gewicht und Eigenheiten. Überlassen Sie diese Verantwortung nicht anderen. Wir können uns irren!


        Visitenkarten, Ansichtskarten, Kataloge: Diese Materialien sollten immer griffbereit sein. Wie sollen interessierte Besucher:innen mit Ihnen in Kontakt treten, wenn sie keine Möglichkeit haben, Sie zu erreichen? Professionelle Drucksachen wie Visitenkarten, Kunstpostkarten oder Kataloge sind einfache, aber wirkungsvolle Mittel, um einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen.
        Und zuletzt: Investieren Sie in die Qualität Ihrer Kunstwerke. Sparen Sie nicht an den Materialien für Ihre Kunstwerke. Wenn Sie mit minderwertigen Materialien arbeiten, könnten Ihre Werke schnell als „billige“ Kunst wahrgenommen werden. Ihre Kunst ist wertvoll – schätzen Sie, was Sie erschaffen! Lieben Sie Ihre Ideen und präsentieren Sie sie bestmöglich. Billige Bilderrahmen, Leinwände oder Farben sind oft schon für Laien erkennbar. Hochwertige Materialien unterstreichen nicht nur die Qualität Ihrer Arbeit, sondern auch Ihre Professionalität. Ihre Werke verdienen es, in bester Form gezeigt zu werden.

Glauben Sie mir: Für alles, was Sie richtig machen, sind wir dankbar und glücklich. Damit erleichtern Sie unsere Arbeit erheblich, und wir können uns mit voller Energie und Begeisterung der Weiterentwicklung der Projekte widmen.


Ah! Sie sind hier nicht allein und Sie müssen nicht diese ganze Arbeit selbst gestalten. 

·       Brauchen Sie eine Homepage? Madge Gill Bukasa kann Ihnen sicher helfen, kontaktieren Sie sich unter: madge.bukasa@gmail.com

· Brauchen Sie gute Fotos? Kontaktieren Sie Karla Mahler unter morla.niest.noch.immer@gmail.com oder  Andrea Flores unter andreaivette@gmail.com (Professionelle Fotografin, auch für Portrait

·       Brauchen Sie gute Texte? Falls Sie nicht gut beim Schreiben sind nutzen Sie die Möglichkeiten, die uns die KI bieten, wenn es ihnen das nicht genug ist kontaktieren Sie Madge Gill Bukasa: madge.bukasa@gmail.com , Sonia Siblik: sonia.siblik@paul-siblik.at oder Katerina Teresidi unter: teresidi.art@gmail.com

·       Brauchen Sie dafür eine Beratung kontaktieren: Sonia Siblik: sonia.siblik@paul-siblik.at

 

Alles Gute auf Ihrem weiteren Weg wünscht Ihnen herzlichst Sonia Siblik.

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